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Reparatur und Stimmen

(Walzen- und Lochbanddrehorgeln)

Die alten Walzendrehorgeln sind sehr robust und halten bei richtiger Lagerung (Zimmertemperatur und 45 - 60% Luftfeuchtigkeit) über viele Jahre die Stimmung. In erster Linie führen Erschütterungen und Verschmutzung zum Verstimmen der Drehorgel. Wie schon aus dem alten Katalog von G. Bacigalupo zu ersehen ist und auch die Erfahrung zeigt, müssen die Orgeln mit Labialpfeifen über viele Jahre nicht mehr nachgestimmt werden. Anders verhält es sich bei den aufschlagenden Zungenpfeifen (Trompeten und Klarinetten): Sind diese aus Holz gefertigt, genügt in der Regel das einmalige Stimmen im Jahr. Pfeifen aus Metall müssen jedoch unter Umständen öfter gestimmt werden.

Bei Drehorgeln mit einem geschlossenen System (Überdruck) der Firmen Bacigalupo, Hofbauer, Bruns, Niemuth und Schlemmer sollte man regelmäßig mit einem Hochleistungsstaubsauger den Gleitblock (Spieltisch) intensiv absaugen um so zu verhindern, dass die Relais verschmutzen.

Nach jahrzehntelanger Nutzung kann der aus Leder gefertigte Balg undicht werden. Dies merkt man beim Spiel, da dann bei großen Akkorden die Luft nicht ausreicht bzw. die Musik zusammenbricht. Hier sollte man Kontakt zu einer Werkstatt aufnehmen. Ein neuer Balg kann durch zu schnelle und hastige Kurbelumdrehungen zerstört werden, wenn denen die zuviel produzierte Luft nicht schnell genug aus dem Überlaufventil entweichen kann. Eine Münze oder andere kleine Gegenstände, die in die Drehorgel hineinrutschen, können, wenn sie zwischen die Falten des Balgleders geraten, ebenfalls erheblichen Schaden anrichten, denn durch die Hebelwirkungen auf den Balg entwickeln sich beim Drehen ganz enorme Kräfte.
Um zu prüfen, ob die Pfeifen bei einer Walzendrehorgel alle richtig ansprechen, kann man den Klavisbalken mittels Klavierholzheber an der rechten Außenseite der Drehorgel hochstellen und bei langsamen Umdrehungen der Kurbel durch Anheben der einzelnen Klavistasten die einzelnen Töne abrufen und entsprechend beurteilen. Bei Lochbandorgeln kauft man mit den ersten Rollen ein so genanntes Prüfband (eine Stimmrolle). Diese legt man in die Orgel ein und kann beim Durchdrehen während des Passierens der Löcher auf dem Spieltisch den falsch klingenden oder fehlenden Ton entsprechend zuordnen. Schon bei einem Haarriss fällt der Ton einer Pfeife oft ganz aus.
Ist ein Ton z.B. durch ein Verschieben oder Hineindrücken des Spundes (Stimmstöpsel) völlig verstimmt, lässt sich die betreffende Pfeife leicht außer Betrieb setzen. Dazu faltet oder rollt man etwas Papier oder Watte zusammen und steckt es in das Loch der Labialpfeife (Aufschnitt). Dies muss nicht luftdicht geschlossen werden. Die leichten Veränderungen am Aufschnitt bewirken, dass der Ton ausbleibt. So kann man wenigstens bis zur nächsten Reparatur weiterspielen.
In vielen Fällen ist durch die Erschütterungen während des Transportes oder durch Vibrationen während des Drehorgelspiels einer der kleinen Schläuche der Pfeifensteuerung von der Halterung gerutscht und der Ton kann nicht mehr erklingen. Optisch ist diese minimale Lösung oft nicht zu erkennen, jedoch mit einem leichten Zug am Schlauch leicht festzustellen. Danach ist der Fehler problemlos zu beheben.

Gelegentlich wird ein Dauerton, ein so genannter Heuler, zum Problem. Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Bei Walzenorgeln fällt das Klavisholz nicht mehr in die ursprüngliche Lage zurück und klemmt im Klavisbalken. Manchmal sind auch die Stecher Ursache des Dauertons. Beim Auftritt kann man sich kurzfristig unter Verlust dieses Tonens behelfen, indem man in der oben angegebenen Weise Papier in den Aufschnitt steckt.
Bei Drehorgeln der Neuzeit, in der Regel sind es Instrumente mit 20 oder 31 Tonstufen, seltener auch Orgeln mit 26, 33 und 35 Tonstufen, sollte man unbedingt den Kontakt zum Hersteller aufnehmen und dort das Instrument reparieren lassen. In Berlin kann ich die beiden Orgelbaumeister für Reparatur und zum Stimmen der Drehorgeln empfehlen:



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