Die Melotondrehorgel ist die preisgünstigste und leichteste Drehorgel. Sie besitzt im Gegensatz zu allen anderen Drehorgeln keine Orgelpfeifen, sondern auf Holzbrettchen kleine Metallplättchen, so genannte "durchschlagende Zungen", wie sie auch bei Mundharmonika und Akkordeon verwendet werden. Der Klang eines solchen Instrumentes erinnert daher auch an ein Akkordeon. Wie bei den übrigen Orgeln besteht das Gehäuse aus einem Ober- und Unterkasten; gesteuert wird über eine Walze. Es gab Instrumente mit 24, 26, 27, 31, 37 und 41 Tonstufen. Diese Orgeln haben einen warmen und angenehmen Klang. Neben diesen typischen Berliner Drehorgeln gab es die etwas kleineren Umhängedrehorgeln. Sie wurden in Böhmen hergestellt. Im Antikhandel wird gelegentlich in zwei unterschiedlichen Größen die so genannte Methodistenorgel angeboten, die an der etwas veränderten Bauform und dem gläsernen Deckel zu erkennen ist. In der Regel wurden hier die Holzwalzen spiralig bestiftet. Die kleine Walze ließ so die Melodien über eine Zeit von acht Umdrehungen erklingen. Ein besonderer Mechanismus sorgte am Ende des Liedes dafür, dass die Walze durch einen entsprechenden Vortrieb wieder in den Anfangsbereich zurückgeführt wird. Diese Orgel wurde vor allem in Amerika mit kirchlichen Musikstücken im Gottesdienst eingesetzt, fand aber auch mit volkstümlichen Weisen Verwendung.