Mit zunehmendem Straßenlärm musste die Drehorgel mit entsprechendem Schallpegel erklingen. Dazu eignen sich Holztrompeten, die im Gehäuse hinter der Fassade montiert werden. Diese Trompeten sind Zungenpfeifen, die jeweils mit einer Stimmkrücke ausgerüstet sind, damit diese, im Gegensatz zu den meisten übrigen Pfeifen, öfter gestimmt werden können. Je nach Arrangement erreicht die Drehorgel eine Lautstärke von 95 - 110 dB (A). Diese ist abhängig vom Winddruck in der Lade, der zwischen 140 und 220 mm Wassersäule liegt. Gebaut wurden die Trompetenorgeln mit 33, 38, 45 und 47 Tonstufen. Bei der 33er Trompetenorgel entfallen 9 Tonstufen auf die Trompeten, bei der 38er 10 und bei der 45er und 47er 13 Tonstufen. Diese Orgeln wurden mit schlichtem Gehäuse, häufig jedoch mit Piccolopfeifen an der Vorderseite geliefert. Bei den alten Trompetenorgeln ist die Trompete in die Melodie mit einbezogen und kann daher nicht abgeschaltet werden.
Cornettino
Diese attraktiv aussehenden Trompetenorgeln sind gekennzeichnet durch die auffälligen Messingcornetts. Diese Messingpfeifen sind aufschlagende Zungenpfeifen, die an der Stimmkrücke gelegentlich gestimmt werden müssen. Die kräftige Musik dieser Instrumente mit 100-110 dB (A) ist weithin hörbar. Da sich diese Orgeln leicht verstimmen,
wurden sie ab 1900 nicht mehr gebaut und durch Holzpfeifen ersetzt. Auch diese Pfeifen müssen im Gegensatz zu den meisten anderen Pfeifen der Drehorgel an der Stimmkrücke, die sich an der Pfeife befindet, gelegentlich nachgestimmt werden.