Um mehr Musik auf ein Orgelwerk aufzutragen, entwickelten Lino Gatorna und G. Bacigalupo Lochbandorgeln. Auf den ca. 40 Meter langen Papierstreifen wurden Löcher ausgestanzt, die entsprechende Pfeifen erklingen ließen. Das Papier wird über einen so genannten Spieltisch in einem Überdruckbehälter geführt, der bei Deckungsgleichheit mit einem gestanzten Loch über einen Druckschlauch im Pfeifenwerk die Klappe der entsprechenden Pfeife öffnet. Für jeden dieser Orgeltypen konnte die Firma Bacigalupo ca. 20 bis 50 Musikrollen liefern. Die Straßendrehorgeln wurden neu entwickelt oder
auch in einzelnen Fällen Instrumente mit entsprechender Größe umgerüstet.
Von 1925-1940 wurden etwa je ein halbes Dutzend folgender Orgeltypen gebaut:
Von diesen Typen wurden 1975 - 1995 in vier Werkstätten Kopien angefertigt.
Mit dem Verschwinden der Drehorgel aus dem Straßenbild verschwanden auch die entsprechenden Werkstätten. Erst im Zeichen der Nostalgie wieder begann der Bau von Drehorgeln. Aus der Kopie einer alten 33er Walzentrompetenorgel entwickelte man eine Lochbandorgel und begann mit der Herstellung von Musikrollen. Bislang gibt es daher jedoch erst ca. 30 Musikbänder.
Zuvor waren in verschiedenen Werkstätten Orgeln mit 20 Tonstufen entwickelt worden, für die mittlerweile mit 200 Notenbändern sehr viel Musik zur Verfügung steht. Weiterhin gibt es Orgeln mit 24, 26 und 31 Tonstufen. Durchgesetzt haben sich in den letzten Jahren vor allem zwei Orgeltypen: die 20er und die 31er Notenorgel. Zurzeit werden dazu Notenrollen von verschiedenen Herstellern angeboten.
Die Doppelbanddrehorgel
Es gibt seit 2007 eine raffinierte Entwicklung der Firma Orgelbau Axel Stüber. Eine Drehorgel mit dem Namen "Doppio 20 + 31" ermöglich es, dass sowohl 20er als auch 31er Notenbänder eingesetzt werden können. Während eines Auftritts kann dieses Instrument innerhalb von 10 Sekunden von dem einen in das andere System umgerüstet werden.
Computerdrehorgeln
Im Zeitalter des Computers werden jetzt Instrumente auch mit den neuen Datenträgern ausgerüstet.
Beim Drehen einer Computer-Drehorgel gibt ein elektrischer Impuls von dem Computer die dort gespeicherte Musik-Information an ein magnetisches Relais an die Pfeife. Das angesteuerte Relais öffnet oder schließt sich dann entsprechend dem Impuls. So wird der Wind (Luft) aus dem Magazinbalg gesteuert und die Pfeife kann erklingen bzw. verstummen.
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