Bei der Drehorgel gibt es drei unterschiedliche Systeme der Musikspeicherung.
Walzendrehorgeln (seit über 200 Jahren)
Lochbandsteuerung (Notenbanddrehorgeln)
Zustromverfahren (Überdruck)
Abstromverfahren (Unterdruck)
Computer gesteuerte Drehorgeln
Es gibt auch Instrumente bei denen Lochbandsteuerung und Computersteuerung wechselweise genutzt werden können (Hybridorgeln). Weiterhin können Drehorgeln mit einer Notensteuerung im Abstromverfahren nachträglich mit einem zusätzlichen Teil ausgerüstet werden und über einen sehr kleinen Computer gesteuert werden.
Walzendrehorgel
Seit ca. 200 Jahren werden Walzendrehorgeln gebaut, die jetzt durch Noten- und Computerdrehorgeln abgelöst werden. Die Seele der alten Drehorgel ist die Walze, auf der die Musik als Information gespeichert ist. Die Walze ist also der älteste Datenträger der Welt. Entscheidend für die Musik ist neben dem Pfeifenwerk vor allem das Arrangement der Lieder auf der Walze. Der Umfang der Walze und der Geschwindigkeitsvorschub bestimmen die Länge der Stücke. Eine Walzenumdrehung bedeutet eine Strophe. In der Regel konnte man acht Lieder auf einer Walze unterbringen. Durch das seitliche Verschieben der Walze um 1,6 - 2,5 mm lässt sich dann ein weiteres Musikstück einstellen. Für längere Stücke und auch für sakrale Musik nutzte man Walzen, die spiralig mit bis zu acht Umdrehungen durch das Orgelwerk geführt wurden. Die Größe der Orgel wird durch die Zahl der Tonstufen oder Tasten (Zahl lässt sich auf dem Clavisholz auszählen) und die Zahl der Register bestimmt. Bei der Mehrzahl der Drehorgeln ist das Bodenregister nicht abschaltbar. Bei den Drehorgeln der Firmen Bruder aus Waldkirch/Schwarzwald gibt es am Unterkasten des Gehäuses einen Registerzug, der es ermöglicht, auch dieses Register abzuschalten.
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