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Bau und Bestiftung einer Walze für die Drehorgel

Um eine Stahlachse wird aus dicken Pappelholzbrettern der Walzenhohlkörper aufgebaut und verleimt.
Um eine Stahlachse wird aus dicken Pappelholzbrettern der Walzenhohlkörper aufgebaut und verleimt.
Mit Zwingen und Spanngurten werden diese ca. 2,5 cm dicken verleimten Holzstücke fest gepresst und getrocknet.
Mit Zwingen und Spanngurten werden diese ca. 2,5 cm dicken verleimten Holzstücke fest gepresst und getrocknet.
Nach dem Trocknungsprozess wird die Walze in mehreren Stufen abgedreht.
Nach dem Trocknungsprozess wird die Walze in mehreren Stufen abgedreht.
Mit Hilfe einer Klammermaschine werden die Stifte und die Klammern oder Brücken unterschiedlicher Länge aus Messingflachdraht hergestellt.
Mit Hilfe einer Klammermaschine werden die Stifte und die Klammern oder Brücken unterschiedlicher Länge aus Messingflachdraht hergestellt.
Die anfallenden Messingstifte werden aufgefangen und später in einem Setzkasten nach Größe sortiert.
Die anfallenden Messingstifte werden aufgefangen und später in einem Setzkasten nach Größe sortiert.
Die abgedrehte Walze wird mit Papier umklebt.
Die abgedrehte Walze wird mit Papier umklebt.
Die mit Papier überzogene Walze wird auf einem Schlitten in eine alte Clariton-Drehorgel zum Zeichnen geschoben.
Die mit Papier überzogene Walze wird auf einem Schlitten in eine alte Clariton-Drehorgel zum Zeichnen geschoben.
Die Taktscheibe wird fest auf die Achse geschraubt.
Die Taktscheibe wird fest auf die Achse geschraubt. In diesem Fall wird die Walze in der Orgel gezeichnet. Viele andere Musikzeichner konstruierten sich einen Zeichentisch, spannten das Clavisholz aus der Orgel in diesen Tisch ein und bedienten dann das an diesem Tisch befindliche Zeichenrad (die Taktscheibe).
Mit einem feinen Bleistift erfolgen kleine Notizen auf der Walze.
Durch Eindrücken der spitzen Clavisstifte wird der Punkt markiert, an dem später der Stift mit der Steckzange in das weiche Pappelholz hineingedrückt wird. Mit einem feinen Bleistift erfolgen kleine Notizen auf der Walze.
Die Steckzange zum Bestiften der Pappelholzwalze ist eine modifizierte Kombizange.
Die Steckzange zum Bestiften der Pappelholzwalze ist eine modifizierte Kombizange. Sie wurde in den Drehorgelwerkstätten zum besseren Halt des Messingdrahtes verändert. Zunächst wurden kleine Schlitze in die Backen gefräst damit der Messingdraht unterschiedlicher Stärke besser gehalten werden kann. Um weniger Blasen an den Händen zu bekommen, umwickelte man mit den anfallenden Lederresten von der Balgherstellung die Griffseiten der Eisenzange. Heute verwendet man kunststoffbeschichtete Kombizangen.
Die gezeichnete Walze wird bestiftet. Vor der Walze befindet sich der Setzkasten mit den etwa 60 unterschiedlichen Stiften und Brücken.
Die gezeichnete Walze wird bestiftet. Vor der Walze befindet sich der Setzkasten mit den etwa 60 unterschiedlichen Stiften und Brücken. Für eine fertige Walze mit acht Musikstücken werden ca. 10 000 Stifte bzw. Brücken in das Pappelholz mit der Zange hineingedrückt. Durch Verschieben der Walze um 1,6 mm auf der Längsachse in der Drehorgel wird das nächste Lied eingestellt. Eine Animation (siehe dort) demonstriert die Funktionsweise der Walzendrehorgel. Dreht man an der Kurbel dieser Drehorgel, wird über die Pleuelstangen mit dem Blasebalg die Luft in das Magazin gepumpt. Gleichzeitig wird über ein Zahnrad der Vorschub der Walze betrieben. Berührt nun ein Stift der Walze den Clavisstift an dem darüber befindlichen Clavisholz, wird das Clavis gehoben und über eine Wippe der Stecher nach unten gedrückt und damit die Ventilklappe der gewünschten Pfeife geöffnet: Es erklingt der Ton. Soll der Ton länger andauern, wird auf der Walze eine sogenannte Brücken eingesetzt. Je nach Größe der Drehorgel bzw. deren Walze muss die Musik arrangiert werden. Wir unterscheiden dreiteilige Walzen mit 48 Takten, vierteilige Walzen mit 64 Takten und fünfteilige Walzen mit 80 Takten.
Die Walze wird in die Clariton-Drehorgel hineingeschoben.
Die Walze wird in die Clariton-Drehorgel hineingeschoben. Jetzt ist das Instrument spielbereit.