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Die Fachbegriffe zur Drehorgel

Glossar / Fachbegriffe

 

Unser Verzeichnis beinhaltet Erläuterungen von Fachausdrücken rund um die Drehorgel und die Flötenuhr. Im Vordergrund stehen die historischen mechanischen Instrumente und deren Bauteile. Es werden die unterschiedlichen Orgeltypen vorgestellt und die darin befindlichen besonderen Pfeifen erläutert. Es ist sehr schwer einem Laien die raffinierte Funktionsweise einer Walzendrehorgel zu erläutern. Aus diesem Grund haben wir dafür eine Animation mit Bild und Ton entwickelt, die man per Mausklick aufrufen kann.

Mit welchem Buchstaben beginnt das gesuchte Wort?

A

 

Ariston Das Ariston ist die bekannteste Tischdrehorgel.

 

Aufschnitt ist die Öffnung der Pfeife, von der Oberkante des Kerns bis zur Unterkante des Oberlabiums. Die Höhe des Aufschnittes bestimmt den Klangcharakter des Pfeifentones.

B

 

Balg (Blasebalg) Der Balg liefert den nötigen Wind (So nennt der Orgelbauer die Druckluft in den Pfeifen), der die Pfeifen erklingen lässt. Durch die Kurbelbetätigung bewegt sich die Mittelplatte des Schöpfers auf und ab und pumpt in beiden Richtungen Wind in den darüber liegenden Magazinbalg. Dieser gleicht die Luftstöße der Schöpfer aus und sorgt für einen gleichmäßigen Winddruck. Die meisten Drehorgeln haben zwei nebeneinander liegende Doppelschöpfer.

 

Bänkelsänger oder Moritatensänger singen unter Verwendung der Moritatentafeln schaurige Geschichten mit Begleitung durch eine Drehorgel. Dabei zeigt man mit einem Stock auf den entsprechenden Teil der Tafel.

 

Barréheber oder Schwertheber nennt man die Vorrichtung zum Heben des Klavierholzes.

 

Becher oder Schallbecher schließt sich bei Trompeten- und Klarinettenpfeifen an den Stiefel an und ist je nach Formgestaltung maßgeblich für die Klangfarbe des Tones verantwortlich.

 

Bodenplatte ist die Begrenzung zwischen Ober- und Unterkasten einer Drehorgel.

 

Bourdon oder Bordun ist eine andere Bezeichnung für eine gedackte“ d. h. eine gedeckte – oben geschlossene Holzpfeife. Sie ist die wichtigste Pfeifenart in der Drehorgel. Im Großorgelbau werden diese aus Metallgefertigt.

 

Brücken, Klammern, Stege, längere Drahtbögen sind Bestandteile der Walze. Die Länge entspricht der Tonlänge, die sie auslösen sollen, während der Stift nur kurze Töne hervorruft.

C

 

Clarinette oder Clariton ist eine Pfeife mit aufschlagenden Zungen. Ursprünglich wurde sie aus Metall gefertigt. Später stellte man die Clarinettenbecher aus Holz her.

 

Clavis sind zweiarmige Hebel, die auf der einen Seite kurze Stahlstifte tragen, welche die Bestiftung der Walze abtasten und dann auf dünne Holzstäbe – Stecher – übertragen. Dadurch wird der Wind (Luft) auf die Spielventile geleitet und die Pfeife kann ertönen (Animation unter www.drehorgelinfo.de). Jede Drehorgel hat so viele Claves, wie sie Tonstufen hat.

 

Clavisstift oder Zahn oder Hebestift, an dem die Messingstifte der Walze angreifen; besteht aus einem gehärteten Stahl.

 

Computer-Drehorgel ist eine Drehorgel, bei der die Musiktitel von einem Computer geliefert werden. Anstelle der sonst üblichen Ventilklappen sind hier Magnetventile installiert, die durch den Computer mit einer Batterie gesteuert werden.

 

Cornettino-Orgel ist eine sehr urtümliche Trompetenorgel, also Zungenorgel mit aufschlagenden Zungen, die bis ins beginnende 20. Jahrhundert gebaut wurde. Die Frontseite zieren 9 -13 Cornettinos (Messingtrompeten). Da sie sich leicht verstimmten, wurden sie später von Holztrompeten abgelöst, die weniger anfällig waren, jedoch nicht sichtbar montiert wurden.

 

Cushino ist eine kleine Lederhalterung, die am Gürtel getragen wurde und bis zum Knie herunterreichte. Hier konnte man die Drehorgel bei Verwendung des Ledergeschirrs etwas absetzen und so die Schulter beim Spielen etwas entlasten.

D

 

Doppelschöpfer oder Balg (Blasebalg) Der Balg liefert den nötigen Wind (So nennt der Orgelbauer die Druckluft in den Pfeifen), der die Pfeifen erklingen lässt. Durch die Kurbelbetätigung bewegt sich die Mittelplatte des Schöpfers auf und ab und pumpt in beiden Richtungen Wind in den darüber liegenden Magazinbalg. Dieser gleicht die Luftstöße der Schöpfer aus und sorgt für einen gleichmäßigen Winddruck. Die meisten Drehorgeln haben zwei nebeneinander liegende Doppelschöpfer.

 

Drehleier ist ein Instrument, welches im Mittelalter häufiger gespielt wurde. Durch Drehen an einer Kurbel werden die Saiten in Schwingungen versetzt und es erklingt der Ton. Von dem Begriff Drehleier leitet sich der abfällige Begriff Leierkasten für die Drehorgel ab.

 

Druckfeder In der Regel sind es 1-3 Spiralfedern, die auf den Magazinbalg wirken und dadurch einen gleichmäßigen Winddruck erzeugen (ca. 120-270 mm WS), der für die entsprechende Lautstärke des Instrumentes sorgt. Mit dem Doppelschöpfer pumpt man die Luft in den Magazinbalg. Durch die auf dem Balg lastenden Federn wird die Luft komprimiert.

F

 

Figurenorgel bezeichnet man Drehorgeln, die zusätzlich kleine bewegliche Figuren in ihrem Gehäuse tragen. Vor 150 Jahren war es Ignaz Bruder, der die Figuren in nicht zu übertreffender Qualität lieferte. Nach dem 2. Weltkrieg baute Franz Öhrlein verschiedene Figurenorgeln. Heute baut nur noch Jörg Leible originelle Einzelstücke. Die Firma Jäger und Brommer plant, in limitierter Auflage Repliken einer alten Ignaz Bruder-Orgel zu erstellen.

 

Flötenuhr Der Aufbau des Werkes gleicht dem der Drehorgeln. Der Antrieb erfolgt nicht über die Drehkurbel, sondern über schwere Gewichte, die das Musikwerk auslösen. Im Handel unterscheidet man die kostbaren Flötenuhren aus Berlin und Wien und die einfacheren Schwarzwalduhren.

 

Frosch nennt man die Anblasvorrichtung der Piccolo-, Pan- oder sogenannten Zauberflöten. Ihre Funktion ist vergleichbar beim Blasen über eine Flaschenöffnung, mit dem man einen Ton erzeugt.

 

Fußloch liegt am unteren Teil der Pfeife der Bereich, in dem Wind in die Pfeife gelangt.

 

Fußzahl Der Orgelbauer gibt damit die Lage bzw. die Tonhöhe einer Pfeifenreihe an. Register – 8 Fuß bedeutet Tonhöhe, wie es die Noten der Komposition vorschreiben. 4 Fuß ist eine Oktave, 2 Fuß ist 2 Oktaven höher. 16 Fuß ist eine Oktave niedriger.

G

 

Gaviolibart nennt man den von Gavioli entwickelten Messingvorschlag am Pfeifenloch, der bei der Tonentwicklung einen streicherähnlichen Klang erzeugt.

 

Gedackt oder gedeckt sind die oben geschlossenen Pfeifen.

 

Geigenorgel (Violinopan-Drehorgel) Als Geigenorgel bezeichnet man Instrumente, die mindestens in einem, jedoch gelegentlich in mehreren Registern mit Geigenpfeifen ausgestattet sind.

 

Geigenpfeifen sind Pfeifen, die einen Messingvorschlag, den sogenannten Gaviolibart, vor dem Pfeifenloch tragen und einen streicherartigen Klang erzeugen.

 

GEMA ist die Interessenvertretung der Komponisten und Arrangeure, die dafür sorgt, dass bei öffentlichen Auftritten Geld eingenommen und an die Urheber weitergeleitet wird. Der Drehorgelspieler auf der Straße muss keine Gebühren zahlen. Bei Veranstaltungen oder bei Einrichtungen, bei denen ein Eintritt zu entrichten ist, muss der Veranstalter GEMA-Gebühren bezahlen. Deren Höhe wird durch die Zahl der Besucher und Höhe des Eintrittsgeldes bestimmt. Das gilt für Veranstaltungen in Kirchen, Ausstellungen, Messen, Volksfesten und anderen Großveranstaltungen.

 

Gleitblock oder Spieltisch nennt man die Vorrichtung bei der Notenrollenorgel, über welche die Lochstreifen mit der dort gezeichneten und gestanzten Musik geführt werden. Je nach Tonstufenzahl der Orgel befinden sich die entsprechenden Bohrungen an der Oberfläche dieses Holzblocks. Diese Bohrungen führen durch den Block. An den Ausgängen dieses Blockes sind Schläuche fixiert, die die Windimpulse, der die über den Gleitblockgeleiteten Lochbänder abtastet und zu der Windlade führen. Hier werden über eine verstärkende Vorstufe die eigentlichen Spielventile betätigt.

H

 

Harmonipandrehorgel ist ein Instrument mit Bodenpfeifen, Panpfeifen und einem Gedacktregister. In der Regel wurde diese mittelgroße Orgel mit 33 Tonstufen gebaut.

K

 

Kanzelle ist die Kammer, in der sich die Ventilklappe für die Pfeife befindet. Bei Öffnung der Ventilklappe strömt die Luft durch die Kanzelle zur Pfeife, und der Ton erklingt.

 

Karusselldrehorgel ist eine besonders große Straßendrehorgel, die meist ohne Wagen aufgestellt wird. Die Walze und die Pfeifen sind wesentlich größer als bei der herkömmlichen Straßendrehorgel. Sie enthält meistens auch Trompeten und ist daher sehr laut.

 

Kehle und aufschlagende Zungen dienen der Tonentstehung im Stiefel bei der Klarinette und der Trompete.

 

Kerne sind der untere Teil der Pfeife über dem Pfeifenfuß.

 

Kernspalte lenkt den Wind zum Oberlabium.

 

Klangfarbe wird außer von den Maßen der Pfeife von der Labiumbreite, der Aufschnitthöhe und der Ausbildung des die Kernspalte verlassenden Luftstromes bestimmt.

 

 

Klarinetten - Clarinetten oder Clariton ist eine Pfeife mit aufschlagenden Zungen. Ursprünglich wurde sie aus Metall gefertigt. Später stellte man die Clarinettenbecher aus Holz her.

 

Klarinettenorgel Bei den frühen Klarinettenorgeln wurden die Metallklarinetten deutlich sichtbar im Frontbereich angeordnet. Die späteren Klarinetten mit den Holzbechern ordnete man im Unterkasten vorne an.

 

Klavierheber oder Clavisheber dient dem Hochstellen des Klaviers, damit die Walze auf der Achse verschoben und damit ein neues Lied eingestellt werden kann.

 

Klavierholz oder Steg ist der Träger sämtlicher Claves, die eine gemeinsame Achse aus Messingdraht haben. Alles muss sehr genau gearbeitet sein und darf kein Spiel haben.

 

Kröpfen ist eine wichtige Voraussetzung für den Bau der Drehorgel, da man sonst die langen Pfeifen nicht in der Drehorgel unterbringen könnte. Dazu zersägt man die Pfeifen und klebt sie im Winkel von 90 Grad wieder zusammen. Dies ist mit einer Pfeife mehrmals möglich, sofern man nicht den Wellenknoten in der Pfeife trifft. Bei Geigenpfeifen wird zweimal im Winkel von 45 Grad gekröpft.

 

Kurbel Die Kurbel der Drehorgel ist immer abnehmbar; bei alten Drehorgeln durch Rückwärtsdrehen; bei neueren Instrumenten durch Lösen der Sicherungsschraube und anschließendem Abziehen der Kurbel von der Kurbelwelle. Mit Hilfe der Kurbel wird beim Spiel über die Pleuelstangen der oder die beiden Schöpfer bewegt und der Balg mit Luft gefüllt. Gleichzeitig wird über die Schnecke der Zahnkranz der Walze gedreht. Wird die Kurbel jetzt gedreht, wird einmal die Luft gepumpt und gleichzeitig die Walze angetrieben. Beim Drehen der Walze bewirken die Stifte auf der Walze das Anheben der Clavisstifte, die wiederum über eine Wippe mit den Stechern die Ventilklappen auslösen und damit die Pfeifen ertönen lassen.

 

Kurbelwelle Über die Kurbelwelle wird die Kraft von der Kurbel auf die Pleuelstangen und den Walzenantrieb übertragen.

L

 

Labium Wir unterscheiden Unter- und Oberlabium. An der Kante des Oberlabium bricht sich der Windstrom, und der Ton entsteht.

 

Lade oder Windlade ist das „Herz“ jeder Orgel. Sie trägt die Mehrzahl der Pfeifen, in ihr sind die Spielventile und die Registerzüge angeordnet.

 

Laufwerk nennt man die Vorrichtung, bei der die Lochbänder beim Drehen der Orgel über einen Gleitblock geführt und anschließend wieder auf die ursprüngliche Spule zurückgeführt werden.

 

Lautstärkenregulierung ist durch einen von Raffin entwickelten Hebel möglich, durch Druckerhöhung die Lautstärke der Drehorgel zu erhöhen. Durch Heben des kleinen Hebels lässt sich die Lautstärke senken.

 

Leierkasten ist eine volkstümliche, jedoch abfällige Bezeichnung für eine Drehorgel.

 

Leporellofaltung wird in Straßendrehorgeln seltener eingesetzt. Gelegentlich wird diese Technik auch bei kleineren Drehorgeln in Frankreich verwendet. Vorzugsweise erfolgt so die Musiksteuerung bei großen Straßenorchestrions. Nach dem Durchlauf legen sich diese Faltkartons wieder so übereinander, dass sie nach Beendigung des Drehorgelspiels gleich wieder eingesetzt werden können.

 

Lochband-Drehorgel Um 1920 wurde dieses Steuerungssystem entwickelt und ermöglichte, eine Vielzahl von Musikstücken für die Orgel bereit zu halten. Ganze Ouvertüren wurden für diese Instrumente erstellt. Auf einem Zeichentisch zeichneten die Spezialisten die Musikstücke auf das Papier; mühselig war dann die Arbeit an der Stanzmaschine, bei der die Löcher von ca. 2 mm Durchmesser gestanzt wurden.

M

 

Magazinbalg sammelt den von den Schöpfern gelieferten Wind. Bei einem Überdruck öffnet sich ein Sicherheitsventil. Es sorgt dafür, dass ein gleichmäßiger Winddruck erhalten bleibt.

 

Melotondrehorgel besitzt anstelle der Pfeifen kleine Brettchen, auf denen schwingende Metallplättchen montiert sind (Durchschlagende Zungen). Die Bauweise und der Klang dieser Orgel stimmt mit denen der Mundharmonika und des Akkordeons überein. Sie erreicht nicht die Lautstärke einer Pfeifenorgel. Sie ist wesentlich leichter und wird gerne als Umhängeorgel zum Gesang, zum Beispiel beim Vortragen von Moritaten, genutzt.

 

Mensur ist die Maßangabe für die Konstruktion der Drehorgelpfeifenreihe. Es sind die mathematisch festgelegten Maßverhältnisse aller Art Musikinstrumente. Bei Orgelpfeifen ist es das Verhältnis der Weite zur Länge. Sie ist neben dem Winddruck und dem Aufschnitt für die Klangfarbe entscheidend.

 

Mensurieren ist eine in den USA hergestellte Walzenorgel, die vorwiegend von den Methodisten für die kirchlichen Veranstaltungen genutzt wurde. Die kleine Walze war spiralig bestiftet. Nach ca. 6 Umdrehungen sprang sie automatisch in die Ausgangsposition zurück. Sie unterscheidet sich im Aussehen wesentlich von den Straßendrehorgeln. Sie besteht aus einem Stück und hat nicht den sonst so typischen Unter- und Oberkasten. Durch den gläsernen Deckel kann man die Holzwalze mit den Messingstiften deutlich sehen.

 

Mirochipdrehorgel siehe Computerdrehorgel.

 

Moritatendrehorgel ist eine Drehorgel, die sehr leise erklingt und zum Mitsingen geeignet ist. Oft ist es eine Melotondrehorgel oder eine Pfeifenorgel mit nur einem Register „Flüte“

 

Moritatensänger oder Bänkelsänger singen unter Verwendung der Moritatentafeln schaurige Geschichten mit Begleitung durch eine Drehorgel. Dabei zeigt man mit einem Stock auf den entsprechenden Teil der Tafel.

 

Moritatentafeln sind in der Regel Darstellungen von schaurigen Geschichten, die hinter der Drehorgel aufgebaut werden.

 

 

 

 

N

 

Notenorgel oder Lochband-Drehorgel - um 1920 wurde dieses Steuerungssystem entwickelt und ermöglichte, eine Vielzahl von Musikstücken für die Orgel bereit zu halten. Ganze Ouvertüren wurden für diese Instrumente erstellt. Auf einem Zeichentisch zeichneten die Spezialisten die Musikstücke auf das Papier; mühselig war dann die Arbeit an der Stanzmaschine, bei der die Löcher von ca. 2 mm Durchmesser gestanzt wurden.

 

Notenrolle ist ein irreführender Begriff für Rollen mit Lochbändern, auf denen die Musik gespeichert ist.

 

Notenstanze ist ein Gerät, mit dem die von den Spezialisten gezeichneten Notenbänder entsprechend gelocht werden können. Die ersten Lochbänder wurden noch mit der Hand auf das Papier gezeichnet und dann gestanzt. Fortschrittliche Arrangeure führen diese Arbeiten auf einem Computer aus und lassen dann diese Musiktitel vollautomatisch ausstanzen.

 

 

 

 

O

 

Oberkasten der Drehorgel enthält einen Teil der Pfeifen, die Steuerungstechnik und den Antrieb.

 

Oberlabium befindet sich oberhalb des Aufschnittes. An der Kante des Oberlabiums entsteht durch den Wind der Ton.

 

Offene Pfeife ist oben nicht durch einen Stopfen verschlossen. Die Holzpfeifen werden durch einen Stimmschieber gestimmt, Metallpfeifen durch Erweitern oder Verengen der oberen Öffnung.

 

Orgelstock ist eine Holzstange, an der sich in der Regel oben ein Metallring befindet, an dem das Orgelgeschirr fixiert wird. Auf halber Höhe befindet sich ein kleiner Holzblock, auf dem die Orgel aufgestellt werden kann.

 

Orgelwagen wurden in vielfältiger Form gebaut. Untergestelle der Kinderwagen oder Krankenwagen fanden häufig Verwendung. Die alten Orgelspieler setzten vor allem einen Wagen ein, der früher auf Bahnhöfen verwendet wurde und anstelle der Wagenplatte nur einen Holzrahmen besaß. So konnte die unten offene Drehorgel besonders laut erschallen. Spezialisten stellten sich, insbesondere auf den Hinterhöfen, gerne auf die Gullys, die den Schall beim Spiel noch verstärkten.

 

Pfeifenstock ist ein Brett mit den erforderlichen Löchern zur Aufnahme der Pfeifen eines Registers (Pfeifenreihe).

 

Pikkolopfeifen oder Zauberflöten sind die meist sichtbaren Pfeifen an der Vorderfront der Drehorgel, die für die Verzierung in der Melodie dienen. In der Regel bestehen sie aus Metall (Messing, Aluminium) und tragen eine gedrechselte Abdeckung (Eichel).

 

Pleuelstangen oder Knechte dienen der Kraftübertragung von der Kurbelwelle auf die Schöpfbälge.

 

Pneumatische Steuerung erfolgt durch das Abtasten der gelochten Notenbänder durch den Luftstrom. Man unterscheidet 1. Zustrom- und 2. Abstromverfahren.

 

 

 

 

R

 

Registerzüge oder Schleifen sind aus dem Orgelgehäuse herausragende, oft mit Messing ummantelte kleine Zugstangen. Sie dienen dem Ein- und Ausschalten der einzelnen Register. Es wurden auch größere Orgeln gebaut, die ein sogenanntes schaltbares Register besaßen, das über die Walze gesteuert wurde. Ein Clavisstift steuert den Einschaltvorgang. Durch das Anheben eines Stiftes auf der Walze wird ein kleines Bälgchen mit Luft gefüllt, das den Registerschieber bewegt und damit das Register öffnet. Ein weiteres Clavis sorgt in gleicher Weise für das Abschalten.

 

Relais dienen der Luftdruckverstärkung bei größeren Drehorgeln. Der leichte Luftdruck wird durch ein kleines Bälgchen geführt, öffnet den Windkanal, und ein stärkerer Winddruck löst das Ventil der Pfeife aus.

S

 

Salondrehorgeln wurden in Frankreich und in England gebaut und in Kirchen und beim Adel genutzt. Der Antrieb erfolgte von der Vorderseite aus und war oft mit sakraler Musik ausgestattet. Die Mehrzahl der Walzen war spiralig bestiftet. Das bedeutet, dass längere Musikstücke für bis zu acht Umdrehungen aufgetragen werden konnten. Der Winddruck war wesentlich niedriger als bei den Straßendrehorgeln.

 

Schallpegelmesser ermittelt die Lautstärke einer Drehorgel in Dezibel. Sie beträgt bei kleineren Orgeln bei ca. 75 db, bei größeren bis zu 100 db.

 

Schleife siehe Registerzüge.

 

Schleiflade enthält die Registerzüge.

 

Schlitten oder Walzenschlitten - mit Hilfe eines Schlittens wird in der Regel die Walze in die Drehorgel hineingeschoben oder herausgeholt. Er erleichtert das schnelle Wechseln der Walze während eines Auftritts.

 

Schnecke ist ein auf der Kurbelwelle befindliches Getriebe; es sorgt dafür, dass beim Drehen der Orgel über das Zahnrad auch die Walze langsam gedreht wird und dadurch die Stifte der Walze die Pfeifentöne auslösen.

 

Schwebung nennt man einen Vorgang, bei dem sich zwei Wellen eines Tones überlagern. Dies setzt man gezielt beim Bau der Drehorgeln ein. Dabei werden zwei gleiche Pfeifenreihen hintereinander in der Orgel montiert. Beim Stimmen wird eine Reihe wenige Hertz höher gestimmt. In der Raffin-Drehorgel findet man in einem Register zwei kleine Pfeifen, die jeweils auf einem Sockel sitzen und auf Schwebung gestimmt sind.

 

Schwert ist eine Einrichtung zum Einstellen des gewünschten Musikstückes. Das Schwert rastet in eine Rille auf der Walzenachse ein, und das dazugehörige Musikstück erklingt.

 

Schwertheber oder Barréheber nennt man die Vorrichtung zum Heben des Schwertes und damit des Klavierholzes.

 

Serinette ist eine Miniaturdrehorgel, die vorwiegend in Mirecourt (Frankreich) gebaut wurde und zum Stimmentraining der Kanarienvögel diente. Sie besitzt nur eine Pfeifenreihe. Durch Verstellen können mehrere Lieder gespielt werden.

 

Sicherheitsventil oder Überdruckventil ist eine wichtige Einrichtung, die für den erforderlichen gleichmäßigen Winddruck sorgt. Sobald der Magazinbalg gefüllt ist, sorgt ein einfacher Mechanismus dafür, dass der Überduck entlassen werden kann.

 

Spielsteller kann angehoben werden, nachdem auch der Klavierheber angehoben wurde. Die Walze kann auf ihrer Achse verschoben werden, um ein neues Lied einzustellen.

 

Spieltisch siehe Gleitblock.

 

Spund oder Stopfen ist der bewegliche Verschluss der gedeckten (gedackten) Pfeifen. Er dient auch dem Stimmen der Pfeife.

 

Stecher oder Stupfer sind dünne Holzstangen, die die Information vom Clavis zu den Ventilklappen übertragen.

 

Steckzange ist ein Werkzeug, welches aus einer Kombizange entwickelt wurde. Sie dient dem Einsetzen der Stifte in die Walze, die aus Pappelholz besteht.

 

Stiefel ist ein Teil der Trompeten- oder der Klarinettenpfeife, in dem sich Kehle und aufschlagende Zunge befinden. Ursprünglich aus Metall gefertigt, wird er seit hundert Jahren aus Holz hergestellt. Hier befinden sich die Teile der Tonerzeugung. Nach außen ragt ein Metalldraht (Stimmkrücke) zum Stimmen der Pfeife. Hieran schließt sich der Schallbecher an. Er beeinflusst die Klangfarbe der Pfeife: Gleichmäßiger runder oder viereckiger Verlauf bei der Klarinette; größer werdender Pfeifenquerschnitt bei der Trompete.

 

Stifte befinden sich auf der Walze, mit der die Musik gesteuert wird. Abgetastet wird dieser Stift von einem Clavisstift am Clavis. Für längere Töne werden Messingbrücken eingesetzt, die so den Ton länger halten.

 

Stimmdeckel ist eine Vorrichtung bei offenen Pfeifen, die an einer Seite oben an der Pfeife befestigt ist und durch Aufwärtsbiegen zum Stimmen weiter geöffnet werden kann.

 

Stimmkrücke ist der Metallstift an den aufschlagenden Zungenpfeifen an dem durch Ziehen oder Schieben die Trompete oder Klarinette gestimmt werden kann.

 

Stimmschieber ist eine Vorrichtung zum Stimmen der offenen Pfeifen.

 

Stopfen Der belederte Stopfen schließt die gedackte Pfeife ab und dient gleichzeitig durch Veränderung (hochziehen oder hineindrücken) zum Stimmen dieser Pfeife.

 

Synchronspiel wurde bereits vor ca. 100 Jahren mit Walzendrehorgeln in Berlin durchgeführt, die die gleichen Lieder auf der Walze hatten. Auch mit Notenrollen ist dies möglich. Beim Synchronspiel mit Computerdrehorgeln liefert ein Instrument die Musiktitel, während weitere Drehorgeln diese Musikinformation dann über Funk oder Kabel übernehmen. Dabei pumpen alle weiteren Drehorgelspieler nur noch die notwendige Luft durch Kurbelbewegungen in ihre Orgel.

 

 

 

 

 

 

T

 

Tischdrehorgel ist ein kleines Instrument, das vorwiegend in Häusern des Bürgertums gespielt wurde. Es enthält keine Pfeifen, sondern durchschlagende Zungen und hat einen Klang, der an die Mundharmonika oder Akkordeon erinnert. Die Musiksteuerung erfolgte über gelochte Kartonscheiben, die während des Drehens sich langsam durch die Abtastvorrichtung bewegten, während durch die Drehbewegung gleichzeitig die Luft geschöpft wurde. Das Ariston war das am meisten verbreitete Instrument. Die Tischdrehorgel darf nicht mit den Glockenspielen ähnlicher Größe verwechselt werden. Bei diesen Instrumenten handelt es sich um eine ganz andere Technik. Hier werden gestanzte Blechplatten eingesetzt, die über einen Mitnehmer ein Rädchen betreiben, welches dann auf eine Tonzunge oder Glocke schlägt. Diese Instrumente, meist in Leipzig (Kalliope, Symphonion) hergestellt, findet man in Größen von 20 cm bis ca. 80 cm, letztere meist als Wandapparat.

 

Tonstufen (Skalen) diatonisch angeordnete Tonleitern für die unterschiedlichen Orgelgrößen. Sie entsprechen den Klaviertasten. Eine Orgel mit 20 Tonstufen hat nur 20 unterschiedliche Töne. Dabei können diese Töne parallel über Registerschleifen bzw. als Zwillingspfeife mehrfach besetzt sein.

 

Tonstufenzahl kennzeichnet den Tonumfang der Orgel. Eine Drehorgel mittlerer Größe hat ca. 31-33, große Instrumente ca. 38 –45 Tonstufen.

 

Tragegeschirr Wir unterscheiden zwei unterschiedliche Geschirre, die in historischer Zeit von Drehorgelspielern genutzt wurden: 1. Tragegeschirr für den Transport der Drehorgel, bei dem das Instrument rucksackähnlich auf dem Rücken getragen wurde. Eine Messinghalterung an der Rückwand der Drehorgel ermöglichte die Fixierung von zwei Lederriemen, für die sich unten an der Orgel zwei Haken zum Einklinken befanden. Bei vielen alten Drehorgeln findet man heute noch diese beiden Haken. 2. Das Tragegeschirr, welches während des Spielens eingesetzt wurde. Die Lederriemen werden um die Orgel gelegt und durch zwei am Unterkasten befindliche Drahtbügel gezogen. Gelegentlich wurde zusätzlich noch ein Stock genutzt, auf dem die Orgel aufgesetzt werden konnte. Kaum bekannt ist das lederne Cushino, das einem ähnlichen Zweck diente.

 

Trompete ist eine Pfeife mit aufschlagender Zunge. Seit hundert Jahren wird sie nicht mehr aus Metall gefertigt, sondern trägt einen Stiefelbecher aus Holz. Sie reicht in der Regel bis in den Unterkasten an der Vorderseite der Orgel und ist manchmal noch sichtbar. Da sich die Trompetenpfeifen eher als die Labialpfeifen verstimmen, sollte der Besitzer eines solchen Instrumentes trainieren, diese Pfeifen selbst zu stimmen. Dazu befindet sich eine Stimmkrücke an dieser Pfeife, die gezogen oder hineingeschoben werden muss. Bei alten Drehorgeln sind die Töne auf dem Clavisholz deutlich markiert. Deshalb können die Trompeten anhand der Töne vergleichbarer gedackten Pfeifen gut gestimmt werden.

 

Trompetendrehorgel ist eine Drehorgel, die zusätzlich mit Trompeten (neben anderen Pfeifen) ausgestattet ist und damit sehr laut erklingt.

 

 

 

 

U

 

Überblasventil Es sorgt für gleichmäßigen Winddruck in der Windlade. Sobald der volle Druck erreicht ist, stößt die Magazindeckplatte mit dem Überblasventil an einen Anschlag, das dadurch geöffnet wird. Dadurch entweicht die zu viel geschöpfte Luft vor allem an den Stellen der Musikstücke, an denen nur wenige oder zeitweise keine Töne erklingen.

 

Unterkasten Seit 200 Jahren wird die Drehorgel aus Unter- und Oberkasten gebaut. Im Unterkasten befinden sich die Bodenpfeifen, die aus Platzgründen gekröpft sind.

v

 

Ventile sind kleine bewegliche Klappen, die der Regulierung des tonerzeugenden Windstroms zu den Pfeifen dienen.

 

Ventilfeder befindet sich im Ventilkasten und sorgt nach dem Erklingen des Tons für den Verschluss der Ventilklappe.

 

Ventilkasten enthält die Ventilklappen, die durch die in den Kasten hineinragenden Stecher geöffnet werden.

 

Violinenpfeifen siehe Geigenpfeifen.

 

Violinopan-Drehorgel enthält ein Pfeifenregister mit Panflöten, die wie eine Panflöte arbeitet. Die Violinpfeifen stehen meistens hinter der Panpfeifenreihe.

 

Vorschlag bildet zusammen mit dem Kern die Kernspalte.

W

 

Walzenschlitten Mit Hilfe eines Schlittens wird in der Regel die Walze in die Drehorgel hineingeschoben oder herausgeholt. Er erleichtert das schnelle Wechseln der Walze während eines Auftritts.

 

Walzensteuerung ist die älteste Steuerung der Musikstücke, die seit 200 Jahren in Drehorgeln eingesetzt und später von der Lochbandsteuerung und jetzt durch Computer abgelöst wurde.

 

Warmleim wurde früher ausschließlich und wird heute vor allem von Spezialisten eingesetzt. Vorteilhaft für seinen Einsatz ist, dass er nicht elastisch ist und mit Wärme wieder gelöst werden kann (z. B. zum teilweise Öffnen der Bälge während der Reparaturarbeiten).

 

Werkel Bezeichnung für eine Drehorgel in Österreich.

 

Werkelmann Drehorgelspieler in Österreich.

 

Wimmerregister Diesem Register ist ein Bauteil vorgeschaltet, das den Wind durch ein freischwingendes Leder pulsieren lässt.

 

Windlade ist das „Herz“ jeder Orgel. Sie trägt die Mehrzahl der Pfeifen, in ihr sind die Spielventile und die Registerzüge angeordnet.

 

Windkammer ist ein abgeschlossener Kasten bei Instrumenten mit pneumatischer Steuerung, in dem sich die Steuerventile befinden.

 

Windwaage ist ein U-förmiges Glas, das mit Wasser gefüllt ist. Leitet man jetzt auf einer Seite Luft aus dem Balg der Drehorgel ein, so steigt auf der anderen Seite des U-förmigen Glases der Wasserstand, der mit einem Zentimetermaß dann abgelesen werden kann. So lässt sich für ein Instrument der Winddruck messen

 

Winddruck der Drehorgel beträgt 80 – 180 mm Wassersäule (Ws), Bei einzelnen Drehorgeln werden bis zu 260 mm Ws gemessen. Bei einem so extrem hohen Winddruck ist die Orgel sehr weit zu hören, jedoch ist dieser Klang für manche Ohren oft weniger angenehm.

Z

 

Zauberflöten nennt man die kleinen meist aus Metall bestehenden Pfeifen, die an der Vorderfront der Drehorgel deutlich zu sehen sind. In der Regel sind es 17 bis 21 Messingpfeifen; sie werden aber auch aus Holz oder Bambus gefertigt. Sie sorgen für die musikalische Verzierung der Musikstücke. Dabei handelt es sich um gedeckte Pfeifen, die wie bei der Panflöte quer angeblasen werden. Der zum Stimmen benutzte Spund befindet sich in dem Rohr und besteht aus Kork. Der äußerlich sichtbare Deckel (Eichel) besteht aus gedrechseltem Holz.

 

Zeichenrad ist aus Metall und besitzt eine Vielzahl von Bohrungen, in die der Feststeller einrasten kann. Es ist das wichtigste Teil des Zeichentisches.

 

Zeichentisch dient der Übertragung der Musikstücke vom Notenblatt auf die Walze oder auf das Notenband. In den Zeichentisch spannte man die Walze ein und schraubte das Zeichenrad an der rechten Seite fest. Die Takt- bzw. Tonlänge stellte man mit Hilfe des sogenannten Zeichenrades ein, das entsprechend weitergedreht werden konnte. Viele Übersetzungen waren auf diesem Zeichenrad möglich.

 

Zungendrehorgeln sind in der Regel kleine Drehorgeln, oft zum Umhängen, die anstelle der sonst üblichen Pfeifen durchschlagende Zungen besitzen, so wie sie bei Mundharmonika und Akkordeon üblich sind. Entsprechend klingen sie. Jedoch erreichen Zungendrehorgeln nicht die Lautstärke der Pfeifendrehorgeln.